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(Un)Heilige Ehe

 

Eheringe Osho : Sermons in Stones, Chapter 13

Inzwischen gibt es DNA Tests und jeder Mann kann sicher sein, ob das Kind von ihm ist oder nicht. Aber anstatt dass dies die Beziehungen entspannt hätte, hat man nur neue Mauern aufgebaut. Die Erziehungsgewalt wurde vollkommen auf die Mütter übertragen, die in gewisser Weise eine unheilige Allianz mit dem Staat eingegangen sind und die Väter, wenn sie nicht spuren, d.h., mit der Mutter zusammenleben, ausgrenzen. 

Ein geschiedener Mann oder ein nicht verheirateter Vater haben wenig Chancen, ihr Kind zu sehen, wenn es die Mutter nicht will. Hier wurde einmal wieder das Kind mit dem Bad ausgeschüttet, wie das so oft der Fall ist, wenn blinde Gläubigkeit, wie z.b. im Fall der Feministinnen, am Werk ist.

Frauen müssen sich endlich einmal selber das Recht geben, Mensch zu sein und sich nicht in erster Linie am Mann definieren. Erst dann können Mann und Frau gleichberechtigt zusammen leben. Unnötig zu sagen, dass auch der Mann sich zum Menschen entfalten muss. Aber die permanenten Schuldzuweisungen zwischen den Geschlechtern zementieren nur den unheiligen Zustand.{/niftybox}

Wie hat sich die Ehe und die Unterwerfung der Frauen in der menschlichen Geschichte entwickelt?

Das ist der Kompromiss, den die Menschen gemacht haben: Um Sicherheit für die Zukunft zu haben, um Gewissheit für das Morgen zu haben, eine Garantie, dass die Frau, die dich heute liebt, dich auch weiterhin lieben wird – damit es ist nur eine vorübergehende Affaire ist…”

Deshalb sagen religiöse Leute, dass Ehen „im Himmel geschlossen werden“… ein merkwürdiger Himmel – wenn diese Ehen im Himmel geschlossen werden, was wird dann in der Hölle gemacht? Sie zeigen keinerlei Anzeichen des Himmels – den Duft, die Frische, die Schönheit. Sie sind eher widerlich, hässlich…sie zeigen gewiss etwas von der Hölle. Doch der Mensch entschied sich für die Ehe, denn das war der einzige Weg um Privateigentum zu haben.

Als mit dem Ackerbau das Privateigentum entstand…mit Jagen konnte der Mensch nicht lange überleben. Sie haben ganze Tierarten komplett ausgerottet. Hunderte von Tierarten, die einst auf dieser Erde gesungen und getanzt haben…der Mensch hat sie aufgegessen. Etwas musste getan werden, denn die Jagd war nicht sicher genug. Heute findest du vielleicht genug Nahrung, aber morgen musst du womöglich hungern. Und es war sehr mühsam. Die Suche nach Tieren erlaubte dem Menschen nicht, seine anderen Talente zu entwickeln, sein Genie. Aber der Ackerbau veränderte das ganze Leben des Menschen.

Du musst wissen, dass Ackerbau die Entdeckung der Frauen war, nicht der Männer.

Die Frau war eingeschränkt, sie konnte nicht jagen gehen. Die meiste Zeit war sie schwanger, sie war schwach, sie trug eine andere Seele in sich. Sie brauchte Zuwendung, Schutz…deshalb lebte sie im Haus. Sie fing an, den Lebensraum schöner zu machen – und das kannst du heute noch sehen, nach tausenden von Jahren.

Wenn du in die Wohnung eines Mannes kommst, merkst du sofort, ob es die Wohnung eines Junggesellen ist. Wenn du den Mann siehst, kannst du vielleicht nicht erkennen, ob er ein Junggeselle ist oder nicht, aber seine Wohnung ist sicher die eines Junggesellen. Die Frau, die weibliche Hand fehlt. Das Haus eines Junggesellen ist niemals ein Zuhause, es ist nur ein Platz, wo er schläft. Es ist nichts, womit er eine gewisse Intimität fühlt, eine gewisse kreative Beziehung.

Das Zuhause, das Dorf, die Stadt und die ganze Zivilisation sind der Frau zu verdanken, denn sie jagte nicht und hatte andere Werte des Herzens und des Geistes – sie war ästhetischer, anmutiger, erdiger, überhaupt nicht an Hölle und Himmel und Gott und Teufel und all diesem Blödsinn interessiert! Keine Frau hat eine einzige religiöse Schrift verfasst. Keine Frau ist Philosoph gewesen und hat über abstrakte Dinge nachgedacht, die weit weg sind.

Das Bewusstsein der Frau ist nur an der näheren Umgebung interessiert, sie würde gerne ein schönes Haus, einen schönen Garten haben. Sie möchte ihre eigene kleine Welt kreieren – gemütlich, bequem. Sie bringt eine bestimmte Qualität in ein totes Haus ein und macht daraus ein lebendiges Zuhause. Es ist eine magische Transformation.

Der Mann jagte also weiterhin, und die Frau fing an sich umzusehen… Der Mann hatte keine Zeit. Er hatte immer zu tun – auch wenn es nichts zu tun gab – aber die Frau hatte alle Zeit der Welt. Die Arbeit der Jagd wurde von Männern in Gruppen ausgeführt, und die Frauen begannen sich umzusehen. Sie entdeckten den Ackerbau, weil sie wilde Früchte wachsen sahen, sie sahen viele andere Dinge wachsen und auch, dass jedes Jahr die Frucht stirbt, der Same zurück in die Erde fällt und mit dem Regen diese Samen in tausende von Pflanzen sprießen.

Die Frau fing an zu experimentieren, um herauszufinden, was essbar war und was nicht. Bald, als das Jagen immer schwieriger wurde, musste der Mann der Frau zustimmen: „Wir müssen unseren ganzen ökonomischen Fokus ändern. Wir müssen uns dem Ackerbau widmen, den Früchten und Gemüsen. Und das ist in unserer Hand – wir können so viel produzieren, wie wir wollen und brauchen, es gibt eine ungeheure Vielfalt.“

Es war aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten, nicht aus dem Verständnis der Liebe, dass die Ehe eingeführt wurde. Ihre Geburt stand von Anfang an unter einem falschen Stern.

Und da der Mann der Heirat zustimmen musste…Die Frau war sehr bereit dazu, weil sie in Jahrhunderten der Jagd finanziell nicht Teil der Gesellschaft war; der Mann war alles. Der Mann behielt seine Macht, obwohl sich die ganze soziale Struktur veränderte. Das Nomaden Leben des Jägers wurde zum friedlichen Leben in einem Dorf. Aber der Mann war um seinen Besitz besorgt… Er wollte einen Vertrag mit der Frau schließen, um sicher zu sein, dass der Sohn, den sie zur Welt brachte, sein eigener war, nicht der eines anderen Mannes. Aus diesem einfachen Grund musste die Freiheit der Frau zerstört werden. Sie musste fast wie eine Gefangene oder schlimmer leben.

Der Mann stimmte gezwungenermaßen zu, er machte einen Kompromiss. Wenn die Frau einige Dinge verlor – ihre Freiheit der Bewegung, ihre Freiheit, den Liebhaber zu wechseln, war der Mann auch bereit, seine Freiheit zu opfern. Sie würden einander immer treu sein.

Aber das ist gegen die Natur. Selbst wenn du es möchtest, wird dich die Natur nicht unterstützen.

Die Natur ist für Freiheit, nicht für irgendeine Art von Bindung.

So entstanden neue Probleme. Der Mann fing an, Prostituierte zu finden, die nicht jemandes Ehefrau waren; oder wie man in Indien sagt, die Prostituierte war die Frau der ganzen Stadt: nagarvadhu. Sie gehörte niemand, sie ist eine Ware; du musst sie bezahlen, ihre Zeit und ihren Körper kaufen. Durch die Einführung der Ehe war es sehr schwierig, verheiratete Frauen zu finden, da gab es mehr Komplikationen: sie hatten ihre Ehemänner… Prostituierte waren gut.

Durch die Ehe entstand Misstrauen. Der Ehemann war immer misstrauisch, ob das Kind das ihnen geboren wurde, sein eigenes war oder nicht. Und das Problem ist, der Vater hatte keine Möglichkeit herauszufinden, ob das Kind sein eigenes war. Nur die Mutter wusste es. Weil der Vater nicht sicher sein konnte, erschuf er mehr und mehr Mauern um die Frau herum – das war die einzige Möglichkeit, die einzige Alternative – sie von der übrigen Menschheit fern zu halten. Es gab keine Erziehung für Frauen, denn Erziehung gibt den Menschen, den Gedanken, Flügel, sie macht die Leute fähig zu revoltieren, deshalb keine Erziehung für Frauen. Keine religiöse Erziehung für Frauen, denn Religion macht dich zu Heiligen, zu heiligen Leuten und es ist seit Jahrhunderten eine männlich orientierte Gesellschaft, daher kann der Mann kann sich keine Frau vorstellen, die höher und heiliger als er selbst ist.

Der Mann hat die Möglichkeit des Wachstums der Frau an den Wurzeln abgeschnitten. Sie ist nur eine Gebährmaschine. Von keiner Kultur der Welt ist sie als dem Mann ebenbürtig anerkannt worden.

 

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