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Träume sind Schäume !

Vox populi

aphrodite2 Nacht für Nacht versinkt jeder Mensch in einen Zustand, den man im allgemeinen „Schlaf“ nennt, und dieser Begriff wurde sogar das Synonym für absolute Unbewusstheit. Der Schlaf wird auch durch die einschlägigen Wissenschaften extensiv erforscht und die physischen Symptome des Schlafs sind weitgehend erforscht. So kommen bei einem Menschen in regelmäßigen Abständen schnelle Augenbewegungen (Rem =rapid eye movements) vor, die als Traumphase gedeutet werden. Tatsächlich berichten Menschen, die in dieser Phase geweckt werden, von ihren Traumbildern, soweit sie sich eben erinnern. 

Die wissenschaftliche Erklärung für diese Traumbilder ist im allgemeinen eine Aussage über „die neuronale Verarbeitung von Alltagserlebnissen oder die Adjustierung der Körperfunktionen“. Ein tieferer Sinn von Träumen wird abgelehnt und der ganze Schlaf mit seinen Träumen wird eher mechanisch als Erholung und manchmal als Reparatur des Körpers betrachtet.

Der Volksmund sagt sogar „Träume sind Schäume“, wobei er Schäume als Schaumschlägerei, also als etwas Nichtgültiges, betrachtet. Das halte ich aber für eine Degenerierung dieser Volksweisheit, denn gibt es nicht „Aphrodite, die Schaumgeborene“? Wäre der Schaum nicht das, was heute als virtuell bezeichnet wird, nicht greifbare aber dennoch absolut gültige Dimensionen? Das würde die Träume auch mit einem Schlag an die ihnen gebührende Stelle rücken, nämlich ganz, ganz vorne in ihrer Bedeutung für den Menschen.

Es ist das „Traumuniversum“, aus dem alle uns bekannten Welten entspringen – und bis jetzt kennen wir nur die materielle Welt. Ich denke, dass wir Tag und Nacht träumen und dass bestimmte Aspekte daraus zu einer „Gewohnheit“ wurden, die wir auf Anhieb erkennen. Das nennen wir dann den Wachzustand. Alles Neue, alles Schöpferische, entspringt dieser Traumwelt und es ist durchaus möglich, sich diese Welt, die so komplex und wandelbar ist, bewusster zu machen. Mit einiger Übung ist es möglich, in Träumen „aufzuwachen“ , luzide zu träumen, und das Traumgeschehen zu beeinflussen. Da wir Menschen unsere Welt in dieser Dimension erschaffen, ist die Fähigkeit, in Träumen bewusster handeln zu können, äußerst praktisch. Gerade Künstler, geniale Wissenschaftler und innovative Unternehmer schöpfen ihre Inspirationen aus diesen Bereichen, zu denen sie im allgemeinen einen größeren Zugang haben als nichtschöpferische Menschen (das gibt es eigentlich nicht, denn alle Menschen erschaffen pausenlos zumindest sich selbst), also als Menschen, die sich nicht so sehr mit neuen Aspekten der Welt beschäftigen. Das ist die Kunst, das absolut Neue durch Bilder oder Wortbilder zu erschaffen, und dieses „Neue“ (schon immer da aber durch den Künstler ins Bewußtsein geholt) kann in Träumen und der kleinen Schwester der Träume, der Imagination, erkannt werden.

In der griechischen Mythologie sind die Zusammenhänge zwischen Schlaf (der Gott Hypnos), dem Tod (sein Zwillingsbruder Thanatos) und den Träumen (Hypnos’ Sohn Morpheus) noch bekannt. Die Träume sind nicht nur unsere immense schöpferische Quelle, sie sind auch die nächstmögliche Annäherung an das Jenseits – jenseits unseres bekannten Bewußtseins!

„Träume sind Schäume“ ist also eine vage Erinnerung an eine Wahrheit, die inzwischen vergessen wurde und nur noch in ihrer absoluten Verzerrung überlebt hat.

 

 

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