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Ockhams Rasiermesser

Kennen Sie Ockhams Rasiermesser?

William_of_OckhamWilhelm von Ockham (1300-1349) war ein englischer Franziskanermönch und Gelehrter im 14. Jhd. und einer der bedeutendsten Philosophen des späten Mittelalters. Immer am Rande der Häresie stellte er revolutionäre Theorien über das Allgemeine und das Einzelne auf. Wenn die Gelehrten, vor allem die Scholastiker, ihre Erkenntnisse aus allgemeinen Lehrsätzen zogen, so sagte Wilhelm von Ockham,  dass  die Grundlage alles Wissens die vom Einzelnen ausgehende Erfahrung ist.

Seine These ist:

  • Dass das Einzelne mit der Vernunft erkannt wird
  • Dass die erste Erkenntnis des Einzelnen intuitiv ist und
  • Dass das Einzelne zuerst erkannt wird.

Ockham’s Rasiermesser ist:

  • „Von zwei Thesen, die dasselbe Phänomen hinreichend erklären, möge diejenige als eher wahr gelten, die mit weniger Unbekannten auskommt oder bei gleicher Anzahl Unbekannter schlichter ist.“

Es ist nicht zu beweisen, dass er diesen Satz gesagt hat, aber es wäre eine logische Schlussfolgerung aus Darlegung über das Einzelne. Ockham’s Rasiermesser kann immer dann angewendet werden, wenn Sie auf einen Wust von Theorien, Thesen, Lehrsätzen und Überzeugungen stoßen, die viele allgemeine Lehrsätze als Beweise vorführen und das Individuelle – ihre eigene Erfahrung – vernachlässigen oder sogar negieren.

Wenn man alles Allgemeine abzieht, bleibt nur noch das Individuum mit seinen eigenen Erfahrungen und der eigenen Wahrnehmung übrig. Sich an diese Grundwahrheit zu erinnern erfordert sozusagen einen tiefen Schnitt mit Ockham’s Messer und diese Entfernung der „kollektiven Geschwülste“ ist ein wirklich heilender Schnitt!  Es bedeutet auch die Freilegung der Intuition, die unter dem Ballast des Allgemeinen nicht atmen kann und ich bin mit Wilhelm von Ockham einer Meinung, dass die erste Erkenntnis jedweden Einzelnen immer intuitiv ist.

  • Ockhams Rasiermesser ist so etwas Ähnliches wie das Durchschlagen des „Gordischen Knotens“ oder „das Ei des Kolumbus“. Das Messer schneidet alles ab, was nicht im Hier und Jetzt aus dem Individuum selbst entspringt.

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