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Odins Baum

eiche

Quercus robus, die Eiche,  wird ein mächtiger Baum und kann tausend Jahre alt werden. Die Äste breiten sich fast waagrecht, aber unregelmäßig knorrig, aus. Die weiblichen Früchte sind eiförmig und sitzen je in einem Schüsselchen. Die Eiche gehörte im germanischen Altertum zu den am meisten verehrten Bäumen und gehörte zu Odin.  Bei den Indogermanen stand die Eiche als Gewitterbaum in Verbindung zu Gott Donar.

Naturwissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Eiche besonders gern und häufig vom Blitz getroffen wird. Das Handbuch des deutschen Aberglaubens scheint das Rätsel auflösen zu können: Bei einem Gewitter darf man sich nicht unter einer Eiche unterstehen, weil sich Judas an einer Eiche erhängt hat. Aber dort steht auch geschrieben, dass der Blitz nicht in einen „männlichen” Eichenbaum einschlägt. Also: Buche suche, Eiche weiche!

Der Eichenbaum ist dem Jupiter heilig. Keltische Druiden sammelten bevorzugt Misteln, die auf Eichen wuchsen. Antiker Volksglaube erlebte die Eichen als von Baumelfen bewohnte Lebewesen. Bei den Kelten war die Eiche wahrscheinlich ein vegetabilistisches Totem und wurde sehr verehrt.Die Blätter der Eiche galten aber auch als zauberwidrig. Sie vertreiben elbische Tiere. Die Schlangen flüchten, wenn man Eichblätter auf sie wirft. Wenn eine Kuh ihr erstes Kalb trägt, gibt die Bäuerin Eichenlaub in den Milchsechter…Ein am Karfreitag vor Sonnenaufgang in die Stube und die Ställe gelegtes Stück Eichenholsu schützt das ganze Jahr vor der Zauberbei des Teufes (Tirol), etc….

In der Volksmedizin gehört die Eiche zu den Bäumenm die sich auch besonders zum Übertragen von Krankheiten eignen. Vor allem handelst es sich hier um die Gicht, wo der Segenspruch so ist:

Eichbaum ich klage dir,
die Gicht, die plaget mir;
Ich wünsche, dass sie mir vergeht
und in dir besteht.

Oder bei Zahnschmerzen:

Mundfäul geh hin und wieder
geh aus allen meinen Gliedern
und kimm nie wieder. 

Das Besprechen hilft auch bei Kopfweh, Brüchen, Gliederschwund, Kropf etc. Das Alles ist aus dem „Handbuch des Deutschen Aberglaubens“, der leider noch nicht online ist.

Jedenfalls hat das Aussprechen des Namens Eiche auch heute noch eine besondere Schwingung, was mit all diesen Assoziationen zusammenhängt. Sie ist auf jeden Fall ein besonders schöner Baum, zumindest in meinen Augen.

Bild: photocase.com 

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