Eine interessante Aussage von Osho über das Bedürfnis nach Anerkennung, das größer ist als je zuvor. Anders kann ich mir den Rummel um die sogenannten Prominenten nicht erklären…

Ihr solltet nicht vergessen, dass das Bedürfnis nach Anerkennung und Bestätigung jedermanns Problem ist. Lebenslang wurde uns beigebracht, dass wir ohne Anerkennung niemand sind, dass wir wertlos sind. Nicht unsere Arbeit ist wichtig, sondern die Anerkennung. Und damit wird alles auf den Kopf gestellt. Die Arbeit sollte wichtig sein… eine Freude an sich. Du solltest arbeiten, um Freude an deiner Kreativität zu haben und nicht, um Anerkennung zu bekommen. Du liebst deine Arbeit um ihrer selbst willen.

Es gibt nur wenige Menschen, die dieser Falle, die die Gesellschaft dir stellt, entgehen konnten. Einer von ihnen ist Vincent van Gogh. Er hat gemalt und gemalt, hungrig, ohne Heim, ohne Kleidung, ohne Medizin, krank, er hat gemalt und gemalt. Er konnte kein einziges Gemälde verkaufen, von nirgends kam Anerkennung, und unter all diesen Bedingungen war er immer noch glücklich… glücklich, weil er malen konnte, was er malen wollte. Anerkennung oder nicht, seine Arbeit war ihm ein Wert an sich.

Im Alter von dreiunddreißig beging er Selbstmord – nicht weil er unglücklich war, verzweifelt, nein, einfach weil er sein letztes Bild gemalt hatte, einen Sonnenuntergang, an dem er drei Jahre gemalt hatte. Er hatte es Dutzende Male versucht, aber es genügte ihm nie und er zerstörte es immer wieder. Endlich gelang es ihm, den Sonnenuntergang so zu malen, wie er es sich ersehnt hatte.

Er beging Selbstmord und hinterließ seinem Bruder einen Brief: „Ich nehme mir nicht aus Verzweiflung das Leben, ich möchte sterben, weil ich keinen Grund mehr habe, weiter zu leben, meine Arbeit ist getan. Darüber hinaus war es auch immer schwierig, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber das war in Ordnung so, denn ich musste meine Arbeit tun, mein Potential drängte danach, sich zu verwirklichen. Jetzt ist es aufgeblüht, es gibt nun keinen Grund mehr, wie ein Bettler zu leben.

Bis heute habe ich nicht einmal darüber nachgedacht, ich habe es gar nicht beachtet, aber jetzt ist es das einzige, was zählt. Ich bin zur vollen Blüte gelangt, ich bin erfüllt. Mich jetzt noch weiter zu schleppen, Wege zu finden, meinen Lebensunterhalt zu verdienen, erscheint mir dumm. Wozu? Für mich ist es kein Selbstmord, ich habe Erfüllung gefunden, einen Schlusspunkt, und ich verlasse diese Welt voller Freude. Ich habe voller Freude gelebt und voller Freude verlasse ich diese Welt.“

Und heute, fast ein Jahrhundert später, ist jedes Bild von ihm Millionen von Dollar wert. Es gibt nur 200 Gemälde von ihm, er muss Tausende gemalt haben, aber sie wurden zerstört, niemand hat sie beachtet.

Wenn du heute ein Gemälde von van Gogh besitzt, zeigt das deinen Sinn für Ästhetik und das verschafft dir Anerkennung. Damals schenkte die Welt seinem Werk keine Aufmerksamkeit, aber er kümmerte sich nicht darum. Und so sollte es sein.{xtypo_quote}Mach die Arbeit, die du liebst. Frage nicht nach Anerkennung, wenn sie kommt, nimm sie leicht, wenn sie nicht kommt, denke nicht darüber nach. Die Arbeit selbst sollte deine Erfüllung sein. Und wenn jeder diese einfache Kunst lernen könnte, seine Arbeit zu lieben, was auch immer es ist, sich ohne Anerkennung an seiner Arbeit zu erfreuen, dann hätten wir eine schönere und festlichere Welt. Jetzt hält die Welt dich in einer Falle gefangen, die dich unglücklich macht. Was du machst ist nicht deshalb gut, weil du es liebst und dein Bestes gibst, es ist gut, weil die Welt es anerkennt, es belohnt, dir Goldmedaillen und Nobelpreise gibt.{/xtypo_quote}Sie haben der Arbeit ihren immanenten Wert genommen, ihre Kreativität, und damit haben sie Millionen von Menschen geknickt – denn du kannst nicht Millionen von Menschen einen Nobelpreis verleihen. Und sie haben in jedem Menschen das Bedürfnis nach Anerkennung geweckt, niemand kann seine Arbeit ruhig und friedlich verrichten, sich einfach erfreuen an dem, was er tut. Und das Leben besteht aus lauter kleinen Dingen, diese kleinen Dinge werden nicht gewürdigt, es gibt für sie keine Regierungstitel, keine Ehrenwürde der Universitäten…

Jean Paul Sartre, einer der großen Autoren und ein Mann mit einer ungeheuren Einsicht in die menschliche Psyche, wies den Nobelpreis zurück. Er sagte: „Es war für mich Belohnung genug, meine Werke zu schaffen. Ein Nobelpreis kann dem nichts hinzufügen, ihm Gegenteil, er zieht etwas ab. Er ist gut für Amateure, die Anerkennung suchen; ich bin alt genug und ich hatte genug Freude. Ich habe alles geliebt, was ich gemacht habe. Das war Belohnung genug, ich möchte keine andere Belohnung, denn nichts kann besser sein als die, die ich bereits bekommen habe.“ Und er hatte Recht. Aber von diesen Leuten gibt es nur wenige in der Welt, die Welt ist voll von falschen Leuten, die in die Falle gegangen sind…{xtypo_quote}Warum solltest du dir Sorgen um Anerkennung machen? Die Sorge um Anerkennung ist nur dann von Bedeutung, wenn du deine Arbeit nicht liebst, dann ist sie bedeutsam, dann scheint sie ein Ersatz zu sein. Du hasst deine Arbeit, du magst sie nicht, aber du machst sie, um Anerkennung zu bekommen, du wirst geschätzt, akzeptiert. Aber anstatt über Anerkennung nachzudenken, überdenke lieber deine Arbeit. Liebst du sie?… dann bist du am Ziel. Wenn du sie nicht liebst, dann ändere sie! Eltern und Lehrer beharren immer darauf, dass du angesehen wirst, dass du anerkannt bist. Das ist eine listige Strategie, dich unter Kontrolle zu halten.{/xtypo_quote}Lerne eine grundlegende Sache: Mach, was du gern tust, was du liebst und bitte niemanden um Anerkennung, denn das ist betteln. Warum sollte man sich um Anerkennung bemühen? Warum sollte man danach lechzen, akzeptiert zu sein?

Schau einmal tief in dich selbst hinein. Vielleicht magst du nicht, was du machst, vielleicht hast du Angst, auf einem falschen Weg zu sein. Von anderen akzeptiert zu werden mag dir helfen, dich in Ordnung zu fühlen. Anerkennung gibt dir das Gefühl, dem richtigen Ziel entgegen zu gehen.

Worauf es ankommt, ist dein eigenes inneres Gefühl, es kommt nicht auf die Außenwelt an. Warum sollte man sich von anderen abhängig machen? All das ist von anderen abhängig – du selbst wirst von anderen abhängig… Ich werde keinen Nobelpreis annehmen. Dass mich alle Nationen und Religionen verurteilen, ist wertvoller für mich. Nähme ich den Nobelpreis an, wäre ich abhängig, ich wäre nicht mehr stolz auf mich selbst, sondern stolz auf den Nobelpreis. Im Moment kann ich nur stolz auf mich selbst sein, sonst ist da nichts, auf das ich stolz sein könnte.{xtypo_quote}Auf diese Weise wirst du zu einem Individuum. Und ein Individuum zu sein, in totaler Freiheit zu leben, auf deinen eigenen Füßen zu stehen und aus deiner eigenen Quelle zu trinken, das ist, was einen Menschen wirklich zentriert und ihm Wurzeln gibt. Damit beginnt dein größtes Aufblühen.{/xtypo_quote}Diese sogenannten respektablen Leute, die gewürdigten Leute, sind voller Unrat und sonst nichts. Aber sie sind voll mit dem Unrat, den die Gesellschaft will… und die Gesellschaft entschädigt sie, indem sie ihnen Preise verleiht.

Jeder Mensch, der ein wenig Gespür für seine Individualität hat, lebt aus seiner eigenen Liebe heraus, aus seiner eigenen Arbeit heraus, ihn kümmert nicht, was andere darüber denken. Je wertvoller deine Arbeit ist, desto geringer ist die Chance, dass du Anerkennung dafür bekommst. Und wenn du ein Genie bist in dem, was du machst, wirst du dein Leben lang kein Ansehen finden. Du wirst dein Leben lang verurteilt sein – und schließlich werden nach zwei oder drei Jahrhunderten Statuen von dir gemacht, deine Bücher werden anerkannt…. denn die Gesellschaft braucht zwei oder drei Jahrhunderte, um die Intelligenz eines heutigen Genies verstehen zu können.

Um Ansehen von Idioten zu bekommen, musst du dich nach ihren Manieren ausrichten, nach ihren Erwartungen. Um von dieser kranken Menschheit respektiert zu werden, musst du noch kränker sein als sie. Dann kann sie dich respektieren. Aber was hast du davon? Du verlierst deine Seele, gewinnen tust du nichts.

Osho

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